Obdachlosenplatz

Kriminalität präventiv bekämpfen – das können wir!

Fühlen Sie sich sicher? Folgt man den Statistiken, haben Sie jeden Grund dazu. Die Kriminalitätszahlen sinken – fast überall in Deutschland, fast in jeder Kategorie. Und Brühl ist ein eher beschaulicher Ort zum Leben, in dem man auch in der Dämmerung auf die Straße gehen kann. 

Trotzdem geht es uns nah, was wir immer wieder in der Zeitung oder in den sozialen Medien lesen: hier ein Einbruch, da ein Taschendiebstahl. Wir sehen Personen auf den Plätzen herumhängen, denen wir lieber aus dem Weg gehen. Wir ärgern uns über schmutzige, verwahrloste Ecken und meiden sie. 

Was hilft dagegen? Klare Regeln. Präsenz von Polizei und Ordnungsdienst. Und bürgerschaftlicher Zusammenhalt. Aber wäre es nicht noch viel besser, wenn Straftaten gar nicht entstehen? Wenn die schiefe Bahn erst gar nicht beschritten würde? Der Schlüsselbegriff heißt Prävention. 

VIER Maßnahmen, die wir präventiv gegen Kriminalität einsetzen können

1. Beratungsangebote stärken 

Es gibt Menschen, an denen beißen sich Rechtsstaat und Bürgergesellschaft die Zähne aus. Die holt keiner mehr in ein geordnetes Leben zurück. Aber für alle anderen gilt: Beratung und Hilfestellungen wirken – Schritt für Schritt, manchmal mit Rückschlägen, aber mit klarer Perspektive. Für alle, bei denen Drogenmissbrauch, Aggression, Überschuldung und Perspektivlosigkeit in krumme Geschäfte und Gewalt führen, kann die Stadt Angebote machen: Entschuldung. Entzug. Berufliche Orientierung. Therapie. Oder schlicht eine Wohnung. Diese Beratungsstellen sollten möglichst unbürokratisch aufgebaut sein, damit keiner abgeschreckt wird. Jeder Mensch, der den Weg dorthin findet, sollte volle Unterstützung erhalten. 

2. Streetworker einsetzen

Immer mal wieder fallen uns in der Stadt Menschen auf, die sich betrinken, lärmen, für Ärger sorgen – am Balthasar-Neumann-Platz oder auf der Bleiche. Ein Fall für die Polizei? Nein, eher eine Aufgabe für Streetworker. Deren Einsatz wollen wir verstärken. Bürgermeister Dieter Freytag hat schon damit begonnen und Stellen geschaffen. Die Arbeit der Streetworker wird von Jugendlichen bereits sehr gut angenommen; sie ist auch für Erwachsene eine Chance. Allerdings gibt es zurzeit nur zwei angestellte Streetworker in Brühl. Da diese gleichzeitig noch den Nachmittagstreff in der Clemens-August-Schule leiten, ist ein Ausbau des Teams erforderlich, um mehr Menschen in Brühl zu erreichen. Die Streetworker treten als Vertrauenspersonen und Unterstützer auf. Sie arbeiten präventiv und können den Weg in die Kriminalität in vielen Fällen verhindern.

3. Einen kriminalpräventiven Rat einsetzen

WIr brauchen einen kriminalpräventiven Rat, in dem Fachleute der Polizei, Feuerwehr, Brühler Ordnungsdienst und des Sozial- und Jugendamtes zusammenarbeiten, um konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit zu entwickeln. Entstehen soll hier ein Netzwerk, dass auch auf die Expertise von Vereinen wie dem Kinderschutzbund oder dem Weißen Ring zurückgreift. Sie kennen die “Hotspots”, an denen gehandelt werden muss. Und sie finden die besten Lösungen. Das kann eine bessere Straßenbeleuchtung sein. Eine stärkere Präsenz von Ordnungskräften. Städtebauliche Maßnahmen. Quartiere bereits in den Blick nehmen, während sie noch geplant werden. Die Handlungsfelder sind aber noch vielfältiger. Die Arbeit eines solchen kriminalpräventiven Rates muss sich auch den  Themen häusliche Gewalt oder Gewalt an Schulen zuwenden.  

4. Gar nicht erst Opfer werden

Es ist gut, wenn Menschen gar nicht erst zu Tätern werden – denn niemand wird mit Verbrecher-Gen geboren. Aber es ist genauso gut, gar nicht erst zum Opfer zu werden. Dafür kann jeder und jede selbst etwas tun. Und zwar schon früh: Viele Kindergärten und Grundschulen bieten schon heute ein Selbstbehauptungstraining an: Wissen, was zu tun ist, wenn einem jemand dumm kommt, selbstbewusst sein, laut werden, Hilfe rufen, wegrennen – das muss jedes Kind verinnerlichen. Solche Kurse müssen der Standard sein, kein gebührenpflichtiges Extra. Eine Fachstelle “Kinderschutz” ist auf Initiative von Dieter Freytag bereits entstanden. Aber auch, wie man es Taschendieben schwer macht, wie man Wohnungen gegen Einbruch sichert, kann man lernen. Hierfür braucht es Rat und Unterstützung – und eine Kooperation mit Verbraucherberatung und Polizei.

Kriminalität ist nichts, womit wir uns abfinden müssen.

Kriminalität lässt sich am besten bekämpfen, indem wir sie erst gar nicht entstehen lassen. Diese simple Erkenntnis wird noch immer nicht ausreichend in konkrete Taten umgesetzt. Prävention ist am Ende zielführender und günstiger, als Straftäter zu verfolgen und zu bestrafen. Wir wollen in Brühl deshalb die Anstrengungen zur Vorbeugung von Straftaten massiv verstärken – weil für unser aller Sicherheit mehr möglich ist.

Bild: Pixabay

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