Gesundes, leckeres Essen in allen Brühler Schulen

Essen in der Schule ist mehr als nur satt werden.

Brühl prüft, wie eine Schulküche in städtischer Regie realisiert werden kann.

Iss doch mal was Vernünftiges!

Ja, das würden wir gern. Und unsere Kinder auch. Essen in der Schule ist mehr als nur satt werden. Gemeinsam essen ist ein soziales Ding. Eine Runde quatschen, meckern, Scherze machen – das passiert in der Mensa, im OGS-Speiseraum, beim Kita-Mittagessen. Essen in der Schule soll gesund und lecker sein. Es soll Spaß machen – und ein Gefühl dafür vermitteln, wie vielfältig Ernährung sein kann.
Die Wirklichkeit sieht trüber aus. Wirklich gute Noten bekommt kaum ein Caterer, der unsere Schulküchen beliefert. Den Spagat, zu akzeptablen Preisen Qualität und Abwechslung zu bieten, bekommen nur wenige Mensen und OGS-Küchen hin. „Geht man davon aus, dass Eltern in der Regel nicht mehr als 3,50 Euro je Schulessen ausgeben müssen sollen und nimmt auch Rücksicht auf die Tatsache, dass es Familien gibt, für die dieser Betrag eine große finanzielle Belastung ist – gerade auch bei mehreren Kindern – , so zeigt sich schnell das Dilemma, in dem wir uns hier seit Jahren befinden“, führt Peter Klein, Ratsmitglied der SPD-Fraktion, aus. Als Lehrer kennt er das Problem genau. Zur Gegenfinanzierung setzen die Anbieter auf Kiosk-Verpflegung, die über Junkfood kaum hinauskommt. Und mitunter finden bei öffentlichen Ausschreibungen ausgerechnet zweifelhafte Anbieter Berücksichtigung – so geschehen am Max-Ernst-Gymnasium, dessen Caterer mit voraus bezahlten Essensgebühren über alle Berge ging. Die Akzeptanz ist bei Eltern und Kindern dort am höchsten, wo vor Ort frisch gekocht wird – wie in der Ev. Kita Unterm Regenbogen oder der städtischen Kita Clemens August.

Muss man denn alles selber machen?

Nein, muss man nicht. Aber vielleicht sollte man das Thema Schulverpflegung als Stadt doch selbst in die Hand nehmen. Um das Niveau zu erreichen, das die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für die Schulverpflegung vorsieht. Um regionale, wo immer möglich nach Bio-Standard hergestellte Lebensmittel einzubeziehen. Und um direkteres Feedback zu ermöglichen, wenn etwas zu verbessern ist.
Deshalb haben SPD und Bündnis 90/Die Grünen die Brühler Stadtverwaltung beauftragt zu prüfen, ob und wie sich ein städtischer Küchenbetrieb realisieren lässt. Einige Fragen sind noch offen:

  • Wie hoch ist eigentlich der Bedarf an den städtischen Schulen? Würden vielleicht auch andere städtische Einrichtungen von dieser Küche profitieren?
  • Welche Rechtsform sollte eine solche städtische Küche am besten haben? Kann sie den Stadtwerken angegliedert werden, würde sie besser als GmbH oder Genossenschaft funktionieren?
  • Was ist sinnvoller – eine zentrale Großküche oder einzelne Küchen vor Ort in den jeweiligen Schulen?
  • Was bedeutet eine solche „Brühler Küche“ finanziell? Wo entstehen zusätzliche Kosten – und wo hilft sie möglicherweise sogar sparen?

Städtische Küchen sind keine völlig neue Erfindung. Gemeinden und Städte, darunter Göttingen, Darmstadt und Landau, haben ähnliche Modelle etabliert. Und sind hoch zufrieden. Probieren wir es aus, prüfen wir, was geht. Vielleicht haben wir dann schon bald eine Mittagsverpflegung an unseren Schulen, die kein Kind mehr stehen lässt…

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