Transparenz und frühzeitige Beteiligung bei der Konzeptionierung einer möglichen zweiten Brühler Gesamtschule

Die Koalition aus SPD und Grünen hat im Schulausschuss einen Antrag vorgelegt, der die Verwaltung mit der Einrichtung einer Konzept-Entwicklungs-Gruppe beauftragt. Die Gruppe soll neben Vertreter*innen der Verwaltung und des Schulausschusses aus Brühler Eltern, Schüler*innen, Lehrer*innen und externen Expert*innen gebildet werden.

Béla Kassan, schulpolitischer Sprecher der Grünen begründet: „Viele Brühler Eltern wünschen sich für ihre Kinder einen Platz an einer Gesamtschule. Leider sind es immer sehr viel mehr Anmeldungen, als es Plätze gibt, weshalb die Brühler Gesamtschule auch in diesem Jahr wieder 59 Kinder ablehnen musste. Wir möchten es den Brühler Eltern und Kindern deshalb ermöglichen, über die Weiterentwicklung der Brühler Schullandschaft zu entscheiden. Dafür soll nun ein Angebot erarbeitet werden.“

Aufgabe der Konzeptentwicklungsgruppe wird es sein, herauszuarbeiten, wie eine potenzielle zweite Brühler Gesamtschule in ihrer pädagogischen Ausrichtung, inhaltlichen Profilierung und räumlichen Konzeptionierung gestaltet sein sollte, um der Brühler Schullandschaft und damit den Brühler Eltern und Kindern einen größtmöglichen Mehrwert zu bieten.

Peter Klein, Vorsitzender des Schulausschussessagt: „Es ist unsere Aufgabe, verantwortungsbewusste und nachhaltige Entscheidungen für die Zukunft der Brühler Schullandschaft zu treffen. Ob es letztlich eine zweite Brühler Gesamtschule geben wird, steht derzeit natürlich noch nicht fest. Wir als Politik können und möchten dies auch nicht final entscheiden. Wir möchten aber, dass erarbeitet wird, wie eine neue Schule denn inhaltlich konkret aussehen sollte, um den Brühler Eltern eine möglichst gute Entscheidungsgrundlage zu bieten.“

Im Rahmen der Konzept-Entwicklung werden bspw. Fragen beantwortet nach dem pädagogischen Profil bzw. einer möglichen pädagogischen Schwerpunktsetzung einer zweiten Gesamtschule. Auch die zeitlichen und räumlichen Rahmenbedingungen für eine potenzielle neue Schule sollen im Rahmen der Gruppe geklärt werden.

Simone Weesbach, schulpolitische Sprecherin der SPD betont : „Es ist uns wichtig, dass diejenigen, die es besonders betrifft, auch am meisten bei der Erarbeitung des Konzeptes mitreden können. Deshalb haben wir darum gebeten, die Gruppe zahlenmäßig insbesondere mit Eltern, aber auch mit Schüler*innen und Lehrenden zu besetzen. Es geht um die Frage, welche Schule Brühl sich wünscht. Bei einer so wichtigen Sache ist uns größtmögliche Beteiligung der Bürger*innen und Transparenz von Beginn an wichtig.“

In diesem Sinne auch hatten die Parteien SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brühler Eltern bereits im April zu einer virtuellen Informationsveranstaltung über mögliche Verbesserungen der Schullandschaft eingeladen. Neben den Vertreter*innen beider Parteien hatte hier auch die Expertin und langjährige Schulleiterin Dagmar Nägele über die Grundzüge des Systems Gesamtschule berichtet. In diesem Rahmen fand auch ein langer Austausch zwischen Eltern und Politik statt.

„Die Resonanz, die wir zu einer möglichen zweiten Gesamtschule bislang aus der Elternschaft erhalten ist sehr positiv.“, so Katja Brennan, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen und Mitglied im Schulausschuss. „Viele Eltern sehen den harten Ausleseprozess nach der Grundschule sehr kritisch, was ja auch zu verstehen ist. Auch sehen viele Eltern eine große Chance darin, in Brühl eine neue und moderne Schule mit einer fortschrittlichen Pädagogik zu errichten.“

Herr Prof. Kersten Reich, einer der renommiertesten Bildungsforschenden Deutschlands und Gründungsmitglied der Leuchtturmschule „Heliosschule“ in Köln, hat bereits seine Bereitschaft signalisiert, den Prozess zu unterstützen und wird von der Verwaltung zu einer ersten Sitzung der Konzept-Entwicklungs-Gruppe eingeladen werden. „Wir sind sehr dankbar über Kersten Reichs Bereitschaft, die Brühler Arbeit zu unterstützen und erhoffen uns von ihm spannende und bereichernde Impulse für die Arbeit der Konzeptentwicklungsgruppe“, so Brennan.

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