Stadtplanung für die Bürgerinnen und Bürger

Unsere Stadtentwicklung hat das Ziel, Brühls Attraktivität und Zukunftsfähigkeit zu sichern und weiter zu entwickeln.

Wir wollen in Brühl

  • als Entscheidungsgrundlage einen Wohnraumbedarfsplan,
  • die begrenzten Neubauflächen in Brühl bedarfsgerecht für Einfamilienhäuser, aber auch für den sozialen und den frei finanzierten Mietwohnungsbau, nutzen,
  • darauf achten, dass ausreichend Plätze in Kindertagesstätten und Schulen bei der Planung von Neubaugebieten vorhanden sind,
  • die Schließung von Baulücken sowie die Renovierung oder Erneuerung von Altbauten vorantreiben – sowohl im Stadtkern als auch in den Vororten,
  • bezahlbaren Wohnraum für junge Menschen und deshalb den Bau eines Studentenwohnheims anregen,
  • das Leben und die Einkaufsangebote in der Innenstadt stärken und deshalb großflächige Erweiterungen von Fachmärkten im Gewerbegebiet ablehnen,
  • die Vororte durch öffentliche Plätze und Nahversorgung lebendig halten.

Das bedeutet für uns im Einzelnen:

Wir liegen in einer dynamischen Wirtschaftsregion, die Nähe zu Köln und Bonn führt die Menschen auf der Suche nach Arbeits-, Ausbildungs- oder Studienplätzen hierher. Dafür müssen wir Vorsorge durch Bereitstellung von Wohnraum treffen.

Wenn neue Bürgerinnen und Bürger eine Wohnung oder ein Haus in Brühl, einen Kita-Platz für ihre Kleinsten und Schulen für die größeren Kinder suchen, mit Bus und Bahn zur Arbeit fahren oder ihre Freizeit sinnvoll verbringen wollen, dürfen wir sie nicht abweisen. Wir müssen zeitnah die erforderliche Infrastruktur schaffen. Bei unseren Planungen dürfen wir allerdings nicht vergessen, dass für neu geschaffene Infrastruktur möglicherweise nur ein zeitlich befristeter Bedarf besteht. Deshalb sind intelligente Lösungen gefragt – keinesfalls aber in Beton gegossene Stadtentwicklungspolitik, die für dreißig, vierzig Jahre geplant und ausgeführt wird und für diesen Zeitraum auch finanzielle Mittel im städtischen Haushalt bindet. Für das soziale Miteinander der Zukunft wird es deshalb von entscheidender Bedeutung sein, wie wir es schaffen, das eine zu tun – den Menschen von heute Wohnraum und soziale Infrastruktur zu bieten – und gleichzeitig das andere zu lassen, nämlich die Zukunft räumlich und finanziell zuzubauen.

Wer allerdings die Entwicklung unserer Stadt den Akteuren auf dem privaten Wohnungs- und Grundstücksmarkt überlässt und sich darauf beschränkt, neue Bauflächen für Einfamilienhäuser auszuweisen, wird scheitern. Bereits heute spüren wir, dass in den neuen Wohngebieten die Kitas oder die gesicherten Schulwege fehlen. Die Nahversorgung mit Lebensmitteln, ärztlicher Betreuung oder zahlreichen Dienstleistungen ist in weiten Bereichen des Stadtgebiets unterentwickelt, die Menschen fahren ihre Ziele mit dem Auto an. Wer keins hat, ist schnell abgehängt vom sozialen Leben und dem täglichen Miteinander. Diese Folgen einer einseitigen Baulandpolitik kann man in Brühl an vielen Stellen besichtigen. Das wollen wir anders machen.

Für uns bedeutet sozialdemokratische Stadtentwicklungspolitik in Brühl:

  • Wir wollen eine mittel- bis langfristige Perspektive für das Zusammenleben der Menschen in Brühl entwickeln, die Wohn- und Lebensqualität unserer Stadt verbessern und erhalten.
  • Wir werden Kitas und Schulwege, Bushaltestellen und Nahversorgungseinrichtungen nicht vergessen, wenn neuer Wohnraum entsteht.
  • Wir berücksichtigen bei der Planung den Bedarf an Einfamilienhäusern. Es besteht aber auch ein Mangel an bezahlbaren Mietwohnungen. Deshalb wollen wir den Mietwohnungsbau in Brühl mit den Mitteln fördern, die der Kommunalpolitik zur Verfügung stehen, z B. durch Festsetzungen in Bebauungsplänen und die städtische Wohnungsbaugesellschaft.
  • Wir verfolgen einen ökologisch und sozial ausgerichteten, verantwortungsvollen Umgang mit freien Flächen in Brühl. Das bedeutet für uns: Wohnbauflächen dürfen erst wieder in die Breite wachsen, wenn die Innenentwicklung abgeschlossen ist und vorhandene Baulücken genutzt sind.
  • Wir werden gute Bedingungen für die Stärkung vorhandener und Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe schaffen und dabei beachten, dass der Flächenbedarf, die Emissionen und die Ansprüche an die örtliche Ver- und Entsorgung in einem sinnvollen Verhältnis zu den geschaffenen oder erhaltenen Arbeitsplätzen steht.

Wohnen in Brühl muss attraktiv bleiben

Wohnungen und Häuser werden für mehrere Jahrzehnte gebaut. Werden immer weniger Kinder geboren und leben die Älteren – in vielen Fällen bei guter Gesundheit und aktiver Teilnahme am sozialen Leben – immer länger, wird uns auf lange Sicht der Nachwuchs für die klassischen Einfamilienhäuser genauso fehlen wie ein ausreichendes Angebot an altengerechten Wohnungen. Dafür wollen wir mit einer innovativen Wohnungspolitik in Brühl schon heute Sorge tragen. Wir wollen sozial und ökologisch zukunftsfähige Wohnformen fördern. Wir wollen, dass vermehrt barrierefrei gebaut und saniert wird und dass Wohnungen und Häuser entstehen, wo mehrere Generationen in sozialem Miteinander unter einem Dach leben können. So wollen wir uns besser auf eine Zukunft einstellen, in der unsere Gesellschaft zunehmend altert.

In neuen Baugebieten werden wir Niedrigenergiehäusern und erneuerbaren Energien den Vorrang geben. Unsere städtische Wohnungsbaugesellschaft wollen wir dafür gewinnen, bei der Erhaltung und Sanierung ihres Wohnungsbestands ganz besonders auf einen niedrigen Energieverbrauch und die Nutzung von erneuerbaren Energiequellen zu achten. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel der Bewohnerinnen und Bewohner.

Mietwohnungsbau sichert bezahlbare Mieten

In Brühl sind Mietwohnungen knapp und werden immer teurer. Das wissen wir nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern auch aus zahlreichen Untersuchungen oder den Daten der Statistischen Ämter. Auch in Zukunft wird es weite Bevölkerungskreise geben, die sich eine eigene Wohnimmobilie nicht leisten können oder sich auf diese Weise nicht binden wollen. Für diese Gruppen wurde lange Zeit in Brühl nicht mehr getan, als durch den Bau von Einfamilienhäusern darauf zu vertrauen, dass Mietwohnungen frei werden.

Das reicht für Gegenwart und Zukunft keinesfalls aus, wie wir in Brühl an vielen Stellen spüren. Die Mittel der Kommunalpolitik sind begrenzt, wenn es um die Förderung bezahlbarer Mietwohnungen geht. Aber diese wenigen Mittel werden wir nutzen. Da hilft es sehr, dass die Stadt Brühl mit der Gebausie über eine städtische Wohnungsgesellschaft verfügt. Über den Rat in Brühl wollen wir unseren Einfluss auf die Gebausie nutzen, um neue Mietwohnungen in Brühl zu bauen und den vorhandenen Bestand durch Sanierung und Instandhaltung zukunftsfest zu machen.

Brühl wird immer mehr zur Studentenstadt. Neben der Nähe zu den großen Universitätsstädten Köln und Bonn sind es die Fachhochschule des Bundes und die Europäische Fachhochschule, deren Studierende in Brühl bezahlbaren Wohnraum suchen. Ein Studentenwohnheim, das verkehrsgünstig in Bahnhofs- oder Stadtbahnnähe liegt, würde die studentische Wohnungsnot verringern. Wir werden uns dafür einsetzen, dass ein geeigneter Investor ein Angebot auch für diese besondere Gruppe auf dem Wohnungsmarkt schafft und ein Studentenwohnheim baut. Der Rat der Stadt kann dies unterstützen, indem er das erforderliche Baurecht schafft.

Verantwortungsvoller Umgang mit Flächen

Brühl ist wesentlich dichter besiedelt als der Rhein-Erft-Kreis im Durchschnitt. Das zeigt die Einwohnerzahl pro Hektar, die in Brühl bei 12,2 und im gesamten Kreis bei 6,6 liegt. Viel Platz bleibt nicht mehr, letzte größere Baugebiete werden derzeit entwickelt. Was dann noch bleibt, sind unsere Waldgebiete, die etwa ein Drittel des Stadtgebiets bedecken und als Bauland nicht zur Verfügung stehen. Und einige wenige landwirtschaftliche Flächen vorwiegend im Südosten, auf die wir aus ökologischen Gründen ebenfalls nicht verzichten können und wollen.

Auf die zunehmende Flächenknappheit wollen wir uns planerisch besser vorbereiten und die Weichen richtig stellen. Der Flächennutzungsplan der Stadt Brühl stammt aus dem Jahr 1996 und muss auf seine Aktualität überprüft werden. Wir wollen ihn durch einen Wohnraumbedarfsplan ergänzen, um auf die Anforderungen des demografischen Wandels zu reagieren. Planung ist heute ohne einen intensiven Bürgerdialog undenkbar, das gilt auch für neue Bebauungspläne. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern werden wir die Zukunft Brühls gestalten: Wir entscheiden gemeinsam, wie wir uns auf den langfristig zu erwartenden Bevölkerungsrückgang einstellen, wie wir mit unseren knappen Freiflächen umgehen und wie wir die städtische Planung nachhaltig ausrichten können.

Innenstadt stärken und weiterentwickeln

Die Brühler Innenstadt ist lebendig. Die Fußgängerzone ist belebt, die Tische und Stühle vor allem der Außengastronomie sind gut belegt und an den Wochenenden wechseln sich die Straßenfeste und Märkte fast nahtlos ab. Tatsächlich? Diesen Eindruck kann man haben, wenn man am Wochenende durch die Fußgängerzone streift. Zu anderen Zeiten ist es eher öde, dann fallen leer stehende Geschäftslokale auf und man ärgert sich über die mangelnde Vielfalt im Angebot.

Wer die Innenstadt erhalten und stärken will, darf keine weitere Konkurrenz auf der grünen Wiese zulassen. Das wollen wir zum einen mit den Mitteln des Baurechts erreichen. Zum anderen wollen wir die Attraktivität unserer Innenstadt weiter fördern. Die Menschen müssen zu allen Zeiten gern dorthin kommen, auf kurzen Wegen viel erledigen und dabei soziale Kontakte pflegen können. Unsere konkreten Ideen und neuen Maßnahmen wollen wir bei den Bürgerinnen und Bürgern zur Diskussion stellen und anschließend umzusetzen. Das betrifft vor allem die nördliche Innenstadt, also Kölnstraße und Belvedere-Gelände, und den Janshof. Die Gestaltung des Janshofs soll in enger Beziehung zur Erneuerung des Rathauses Steinweg stehen. Schon 2012 haben wir die Durchführung einer Bürgerwerkstatt als Beteiligungsverfahren beantragt. Um den Leerstand in der Brühler Innenstadt zu bekämpfen, muss die Abteilung für Wirtschaftsförderung der Stadt Brühl aktiv werden. Den runden Tisch im Sinne des früheren Stadtmarketings wollen wir wieder beleben. Dort können die Mieter und Vermieter von Gewerbeimmobilien verhandeln und aus ihrem Gegeneinander ein Miteinander machen. So kommen wir schneller zu Ergebnissen und fördern den qualitativ hochwertigen Einzelhandel in der Innenstadt.

Bunte Vielfalt in unseren Vororten erhalten

Wie sich ein Stadtteil entwickeln kann, ist in Vochem zur Zeit gut zu sehen. Auf SPD-Initiative wurde dort vor einigen Jahren das Projekt „Soziale Stadt Vochem“ gestartet. Nach einem intensiven Dialog zwischen Politik, Bürgern und Verwaltung, Vereinen, der Bürgergemeinschaft, Kirchen, Schulen und Kindergärten, Einzelhandel und Gebausie wird inzwischen an mehreren Stellen gebaut. Das neue Familienzentrum und der neu gestaltete Thüringer Platz sind bereits eröffnet. Das wertet Vochem städtebaulich und wohnungswirtschaftlich auf und verbessert die Lebensumstände der Vochemer. Hier kommen die neuen Bildungs- und Betreuungsangebote vor allem Kindern und Jugendlichen zugute und verbessern ihre Lebensperspektiven. Wir treten an, um künftig finanziell zu sichern, was dort angestoßen wurde.

In den nächsten Jahren benötigen auch andere Vororte ähnliche Initiativen. Wir wollen dafür sorgen, dass die Infrastruktur in Brühl-West, Heide, Kierberg oder Pingsdorf erhalten bleibt und der Stadtbusverkehr verbessert wird.  Entsprechend dem Nahversorgungskonzept wollen wir die Standorte für Geschäfte in den Vororten stärken.


Comments are closed.

Nach oben ↑
  • Bürgermeister Dieter Freytag

  • Helga Kühn-Mengel im Bundestag

  • Termine

    • SPD-Mitglied werden

    • SPD-News

    • Infos, Termine, Aktuelles aus Brühl