Mobil in Brühl

Eine gute Verkehrspolitik muss das Bedürfnis der Bürgerinnen und Bürger nach Mobilität, Verkehrssicherheit und Umweltschutz berücksichtigen; sie muss der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer dienen, insbesondere der Kinder, Fußgänger und Radfahrer. Die Verkehrspolitik soll den Wohnwert unserer Stadt erhöhen, vorhandene Arbeitsplätze sichern und neue schaffen.

Wir wollen in Brühl:

  • die Sicherheit für Kinder, Fußgänger und Radfahrer erhöhen – mit „Tempo 30“ in allen Wohngebieten, „Tempo 20“ in der Fußgängerzone und „Tempo 7“ in Spielstraßen,
  • die Barrierefreiheit an Überwegen, Haltestellen und in öffentlichen Gebäuden gewährleisten,
  • die Bemühungen für die barrierefreie Gestaltung des Bahnhofs am Schloss durch die Deutsche Bahn verstärken und zum Erfolg führen,
  • das Fahrradwegenetz erneuern und erweitern,
  • den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs verstärken (z. B. der Ausbau der Linie 18 im Brühler Süden erschließt mit dem dann möglichen 10-Minuten-Takt die Neubaugebiete und die Schulen),
  • die Parkplätze im südlichen Teil der Innenstadt besser auslasten, indem wir verkehrsbehindernde Parkplätze am Straßenrand schließen und den Janshof nur  für Anwohner, Taxis und Fahrzeuge mit besonderer Berechtigung frei halten,
  • für einen besseren Verkehrsfluss  weitere Kreisverkehre – besonders auf der Römerstraße –  einrichten.

Das bedeutet für uns im Einzelnen:

Als Alternative zur herkömmlichen Verkehrspolitik wollen wir den Umweltverbund aus öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV), Fahrrad und Zu-Fuß-gehen fördern. Wir setzen uns für eine konsequente Aktualisierung und Umsetzung des Lärmminderungsplans ein. An diesen Zielen hat sich die Verkehrspolitik der Brühler SPD in den vergangenen Jahren erfolgreich orientiert. Sie bleiben auch weiterhin gültig. Die Sicherheit für Fußgänger und Fahrradfahrer ist durch geeignete Maßnahmen zu verbessern. Dazu gehören weitere Fußgängerüberwege an der Römerstraße und eine nächtliche Beleuchtung der kompletten Willy-Brandt-Straße.

Wenn es für die Verkehrssicherheit der Fußgänger und Radfahrer erforderlich ist, streben wir zum jeweiligen Stadtbild passende bauliche Maßnahmen an, um die Geschwindigkeit auf Orts- und Kreisstraßen im Brühler Stadtgebiet zu reduzieren. Ziel ist ein gleichmäßiger Verkehrsfluss.

Eine Verkehrspolitik, die eine eindeutige Priorität auf den Autoverkehr legt, dem sich die übrigen Verkehrsteilnehmer unterordnen sollen, ist überholt. Die Verkehrsinfrastruktur wollen wir unter anderem durch folgende Maßnahmen optimieren:

  • Ausbau der Taktung des ÖPNV: Ziel ist es, einen Mix aus ÖPNV, Fahrrad, Carsharing und Zu-Fuß-gehen als Standard der Fortbewegung zu erreichen
  • Einführung (privater) Carsharing- und Bikesharing-Programme
  • mehr und besser ausgebaute Fahrradwege
  • sichere und besser ausgebaute Fahrradständer in der Innenstadt, an den KVB-Haltestellen und am Bundesbahnhof
  • Fahrradstreifen in der Innenstadt, die durch Markierung von der reinen Fußgängerzone zu unterschieden sind und so für mehr Sicherheit für beide Seiten sorgen

Verkehrssicherheit für Kinder

Bereits in den vergangenen Jahren hatten Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für Kinder die höchste Priorität in unserer Verkehrspolitik. Insbesondere vor Kindergärten, Schulen und Spielplätzen brauchen wir flächendeckend wirksame Sicherungsmaßnahmen, unter anderem Tempo 30. Im Sinne von bestmöglichen und praktikablen Lösungen zur Verkehrssicherheit wollen wir die bisherige aktive Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund und der Kinderunfallkommission der Stadt Brühl weiter vertiefen.

Verkehrsberuhigung durch Tempo 30

In Wohngebieten sind auch künftig systematische Verkehrsberuhigungsmaßnahmen erforderlich. Neubaugebiete sind grundsätzlich als verkehrsberuhigte Gebiete zu  planen. Als Mindeststandard ist Tempo 30 vorzusehen. Vor Spielplätzen, Sportplätzen, Kindergärten und Schulen soll grundsätzlich Tempo 30 eingeführt und beibehalten werden. Im Sinne der Verkehrssicherheit kann in Wohngebieten und bei engem beziehungsweise unübersichtlichem Straßenverlauf auch eine Reduzierung auf 20 Stundenkilometer  angeordnet werden. Dies alles erhöht die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer in Wohngebieten.

Eine Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern oder darüber wollen wir nur noch auf innerstädtischen Verbindungsstraßen zulassen, soweit keine besondere Gefährdung für Kindergärten, Schulen oder ähnliche Einrichtungen besteht. Tempo 30-Zonen verringern darüber hinaus den derzeit bestehenden Schilderwald. Sofern auf dem Brühler Stadtgebiet Landes- und Kreisstraßen betroffen sind, wollen wir gegebenenfalls darauf hinwirken, dass der Rhein-Erft-Kreis einer Geschwindigkeitsbegrenzung zustimmt. Durch geeignete straßenbauliche Gestaltungsmaßnahmen und mobile Geschwindigkeitskontrollen sollen die Begrenzungen auf 30 Stundenkilometer begleitet werden.

Mobil mit dem Fahrrad

Pflege und Ausbau der Fahrradwege wurden in den letzten Jahren in Brühl vernachlässigt. Wir hingegen wollen Brühl als fahrradfreundliche Stadt weiter entwickeln und sichere Fahrradwege weiter ausbauen – vor allem zu Schulen, aber auch zur Innenstadt. Fahrradspuren sollen saniert, Wege und Beschilderungen erneuert werden. Zusätzliche Fahrradabstellplätze mit guten Sicherungsmöglichkeiten möchten wir bedarfsorientiert im Brühler Stadtgebiet und am Bundesbahnhof einrichten.

Zum Regionalkonzept Radverkehr wollen wir – mit dem Ziel einer zukünftigen weiteren Verbesserung des Radwegenetzes in Brühl – die Zusammenarbeit mit dem Rhein-Erft-Kreis, der VRS GmbH und den übrigen Beteiligten vertiefen.

Mobil mit dem Stadtbus

Das Brühler Bussystem stellt eine Alternative zu Fahrten mit dem Auto in die Innenstadt dar. Trotz begrenzter Mittel wollen wir das Stadtbussystem unverändert weiter entwickeln und verbessern:

  • Einsatz moderner Niederflurbusse, um einen größtmöglichen Fahrkomfort zu ermöglichen. Soweit möglich und wirtschaftlich vertretbar, sind künftig auch Busse mit zukunftsweisenden Technologien wie Wasserstoff, Elektro- oder Hybridantriebe zu berücksichtigen.
  • Konsequente Verknüpfung der Linien, kurze Wartezeiten beim Umsteigen.
  • Anpassung der Betriebszeiten an die Arbeitszeiten der wichtigsten Betriebe und an die Öffnungszeiten der Geschäfte.
  • Taktzeiten von 30 Minuten als Standard, im Spitzenzeiten kürzere Taktzeiten.
  • Verbesserte Anbindung des BTV-Sportzentrums durch ÖPNV.

Vor dem Hintergrund neuer Wohngebiete fordern wir eine grundsätzliche Neukonzeption des ÖPNV-Systems und des Anruf-Sammeltaxis (AST) in Brühl, um die Nutzung und Akzeptanz zu erhöhen. Hierbei  ist auch der Anspruch auf Barrierefreiheit zu berücksichtigen.

Barrierefrei unterwegs in Brühl

Aufgrund der demografischen Entwicklung wird es in der Zukunft mehr gehbehinderte Personen geben. Rollatoren, Rollstühle und sonstige Gehhilfen werden im Verkehrsbild immer häufiger vorkommen. Wir wollen daher zumindest für die Hauptverkehrsachsen eine barrierefreie Fortbewegungsmöglichkeit  für Fußgänger schaffen.

Parkplätze und Parkleitsysteme

Das Parkhaus am Krankenhaus ist durchschnittlich nur zu 30 Prozent ausgelastet und wird mit fortlaufenden finanziellen Zuschüssen von mehr als 100.000 Euro pro Jahr betrieben. Es ist ein gutes Beispiel für planloses Handeln und Fehlinvestitionen. Vor diesem Hintergrund wollen wir das seit Längerem von der Stadtverwaltung Brühl erarbeitete Parkraum-Bewirtschaftungskonzept und ein Anwohner-Parkkonzept für die Innenstadt schnellstmöglich beraten und umsetzen. In der nördlichen Innenstadt ist Parkraum knapp. Daher lehnt die SPD eine Belvedere-Bebauung ohne das Schaffen von geeigneten innerstädtischen Ersatzparkflächen ab.

Verkehrsbehinderndes Parken in der Fußgängerzone, zum Beispiel in der Kölnstraße und der Uhlstraße, muss streng sanktioniert werden.

Wie bereits seit dem Jahr 2006 von der Brühler SPD beantragt und zwischenzeitlich von einem externen Gutachter der Stadt Brühl bestätigt, wollen wir den Janshof schnellstmöglich als öffentlichen Parkraum schließen (Ausnahme: Anlieger, Behinderte und Taxis). Dadurch kann der für die Anwohner, Gewerbetreibende und  die Bürgerschaft gleichermaßen lästige und mit entsprechendem Verkehrslärm verbundene Parksuchverkehr durch die Uhlstraße entfallen. Für eine optimale Gestaltung des Janshofs hat die Brühler SPD-Fraktion die Einrichtung einer Bürgerwerkstatt beantragt.

Kreisverkehre

Kreisverkehre haben in den vergangenen Jahren auch in Brühl gezeigt, dass sie besonders geeignet sind, Verkehrssicherheit und Verkehrsfluss zu erhöhen. Diese positiven Erfahrungen sollen auch in der Zukunft genutzt werden. Der Bau von Kreisverkehren an geeigneten Kreuzungen ist daher konsequent fortzusetzen. Insbesondere gilt dies für die Römerstraße.

Römerstraße

Seit vielen Jahren fordern wir die Umgestaltung der Römerstraße mit dem Ziel, die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen, die vom Verkehr ausgehenden Belästigungen durch Verkehrslärm und Emissionen zu senken und das Stadtbild deutlich zu verbessern. Neben Kreisverkehren dienen diesem Ziel beidseitige Baumbepflanzungen und passive Lärmschutzmaßnahmen. In den kommenden Jahren möchten wir unter Beteiligung der betroffenen Anwohner praktikable Verbesserungsmöglichkeiten entwickeln.

Stadtbahnlinie 18 und DB-Anbindung

Die SPD Brühl unterstützt den zweigleisigen Ausbau der Linie 18 von Brühl-Mitte bis Schwadorf. Dabei wird auf die notwendigen Lärmschutzvorrichtungen für die betroffenen Anwohner hingewirkt, unter anderem im Bereich des Neubaugebiets Pehler Feld. Wir setzen uns dafür ein, dass die Linie 18 vor allem abends und nachts häufiger bis nach Schwadorf fährt. Damit werden die Interessen der Berufspendler, der in Köln Studierenden und der Beschäftigten in Schichtdienst berücksichtigt.

Die Idee einer S-Bahn-Verbindung zwischen Brühl und Euskirchen begrüßen wir. Weiterhin werden wir eine Steigerung der Haltefrequenz in Kierberg fordern.

Der Brühler Bahnhof am Schloss ist so schnell wie möglich in vergleichbarer Barrierefreiheit wie der Kierberger Bahnhof umzubauen. Derzeit sind behinderte Menschen hier auf die Mithilfe anderer angewiesen, um die Gleisebene zu erreichen bzw. zu verlassen. Darüber hinaus setzen wir uns dafür ein, dass die DB ihre Raumkapazitäten für Berufspendler bedarfsgerecht ausweitet.


Comments are closed.

Nach oben ↑
  • Bürgermeister Dieter Freytag

  • Helga Kühn-Mengel im Bundestag

  • Termine

    • SPD-Mitglied werden

    • SPD-News

    • Infos, Termine, Aktuelles aus Brühl