Aktuelles Fotolia_88632439_M © Thom-Bal - fotolia.com-beschnitten

Veröffentlicht: Sonntag, 15 Mai 2016 | von Christiane Wenner

0

SPD will mehr sozialen Wohnungsbau in Brühl

Wohnen soll nicht vollends zum Luxusgut werden, sondern auch für Normalverdiener und Menschen mit geringem oder ohne eigenes Einkommen bezahlbar bleiben. Deshalb soll es bei künftigen Bauvorhaben in Brühl mindestens 30 Prozent öffentlich geförderte Wohnungen geben, und wenn städtische Grundstücke bebaut werden, sogar 50 Prozent. Das beantragt die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Brühl. Der Antrag soll in der nächsten Sitzung des Planungs und Stadtentwicklungsausschusses beraten werden.

Mieten und Baupreise in Brühl stark gestiegen

Während noch vor wenigen Jahren davon ausgegangen werden musste, dass die Bevölkerung auch in Brühl bald schrumpfen würde, stellt sich die Situation heute völlig anders dar. Das liegt nicht am Zuzug zahlreicher Flüchtlinge seit dem Sommer 2015, sondern hatte sich bereits zuvor abgezeichnet. Die pessimistischen Prognosen zu den Geburtenraten in Deutschland haben sich als nicht zutreffend herausgestellt und die über viele Jahre hinweg positiv-stabile Entwicklung in den wirtschaftlichen Zentren Deutschlands, zu denen auch die Region Köln-Bonn mit der Stadt Brühl gehört, haben junge Menschen und Familien auf der Suche nach einem Ausbildungs-, Studien- oder Arbeitsplatz zu uns geführt. In Brühl kam es deshalb in den letzten Jahren zu stark steigenden Mieten und Preisen auf den Märkten für Mietwohnungen und Wohneigentum.

Die Auswirkungen sind im Stadtgebiet sichtbar, es wird wieder mehr gebaut. Weitere und vor allem größere Bauvorhaben sind in der politischen Planung und sollen in den nächsten Jahren realisiert werden. Während in den Jahren vor 2014 fast ausschließlich Einfamilienhäuser in den Brühler Neubaugebieten geplant wurden, müssen nach Auffassung der SPD-Fraktion in den nächsten Jahren wieder mehr öffentlich geförderte Mietwohnungen gebaut werden. Auch die Verwaltung unter Leitung von Bürgermeister Dieter Freytag hat bereits die Absicht erklärt, mehr sozialen und damit für alle Teile der Bevölkerung bezahlbaren Wohnungsbau zu schaffen. Die Flächen für neuen Wohnungsbau sind in Brühl begrenzt: Südlich des zentralen Friedhofs, zwischen der Alten Bonnstraße, der Otto-Wels-Straße und der Linie 18 sowie in Brühl-Ost können noch in größerem Umfang Wohnungen gebaut werden.

In der Praxis gibt es für die öffentliche Wohnungsbauförderung zwei Wege:

  • Das kann einerseits durch entsprechende finanzielle Angebote und Anreize geschehen, also öffentliche Subventionen oder Steuererleichterungen. Die zuständigen Minister auf Bundes- und Landesebene haben in den letzten Monaten bereits erklärt, den öffentlich geförderten Wohnungsneubau wieder stärker fördern zu wollen, als dies in den letzten Jahren geschehen ist.
  • Dazu können die Kommunen andererseits das Planungsrecht nutzen. Über entsprechende Festlegungen in Bebauungsplänen und städtebaulichen Verträgen soll die Stadt Brühl im Sinne des SPD-Antrags künftig den öffentlich geförderten Wohnungsbau stärken.

Die im SPD-Antrag genannten Werte (30 Prozent bei privaten Grundstücken, 50 Prozent bei städtischen Grundstücken) sind Zielgrößen, die nach Ansicht der SPD jederzeit überschritten werden können. Eine Unterschreitung soll nur möglich sein, wenn zwingende Gründe geltend gemacht werden. Solche Gründe könnten gegeben sein,

  • wenn sich eine Bebauung im Geschosswohnungsbau nicht in eine bestehende Umgebung einfügen würde, die ausschließlich durch Ein- oder Zweifamilienhäuser geprägt ist oder
  • wenn keine entsprechenden öffentlichen Fördermittel zur Verfügung stehen.

Dazu gibt es eine Pressemitteilung der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Brühl (PDF-Version: hier klicken).

Foto: © Thom-Bal – fotolia.com

 


Über den Autor



Comments are closed.

Nach oben ↑
  • Bürgermeister Dieter Freytag

  • Helga Kühn-Mengel im Bundestag

  • Termine

    • SPD-Mitglied werden

    • SPD-News

    • Infos, Termine, Aktuelles aus Brühl