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Veröffentlicht: Donnerstag, 08 November 2018 | von Imke Thamm

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Feierliche Anbringung einer Gedenktafel für Caspar Markard in der Kentenichstraße

Feierliche Anbringung einer Gedenktafel für Caspar Markard in der Kentenichstraße

Brühl, 7. November 2018

Caspar Markard hat sich als Mitbegründer der Brühler Initiative für Völkerverständigung für die Initiierung der Schweigegänge in Erinnerung an die Pogromnacht 1938 eingesetzt. Die jährlich am Abend des 9. November stattfindenden Schweigegänge sind von zentraler Bedeutung für die Kultur der Erinnerung an die Brühlerinnen und Brühler jüdischen Glaubens, die von den Nazis deportiert und ermordet wurden. Für Markard war es dabei auch bedeutsam, dass an diesem Gedenktag schweigend durch Brühl gegangen und nicht marschiert wird. Schließlich sei in Brühl bereits genug marschiert worden, hat er die Benutzung des Begriffs Schweigegang stets begründet. Seinem Engagement sind auch die Errichtung der Gedenkstätte am früheren Standort der Brühler Synagoge sowie die Benennung der Straße „An der Synagoge“ zu verdanken. Diese Orte zeugen heute von Leben und Kultur der Brühler Jüdinnen und Juden. Die Nazis haben die Synagoge vernichtet und das Leben der Menschen ausgelöscht. Aber Markard wollte nicht auch noch die Erinnerung an die Menschen und das Gotteshaus erlöschen lassen. Für die Nachwelt wurden die Gedenkstätte und die Straße so zu öffentlich sichtbaren Zeichen, dass Jüdinnen und Juden in Brühl gelebt haben und sie erinnern die Nachwelt daran, welche Verbrechen ihnen angetan wurden. Markard war es zudem wichtig, dass sich Menschen jüdischen und christlichen Glaubens wieder annähern und aussöhnen können. Dafür waren die jüdisch-christlichen Gottesdienste, die über 20 Jahre in Brühl stattfanden, ein bedeutender Beitrag. Caspar Markard hatte diese Gottesdienste in Brühl etabliert. Nach den Verbrechen der Nazis hat es Caspar Markard als moralische Verantwortung verstanden, den Opfern ein ehrendes Andenken zuteilwerden zu lassen. Sein Einsatz dafür war vorbildlich, keineswegs selbstverständlich und muss daher in Erinnerung bleiben. 2018 jähren sich zum 80. Mal die Reichspogromnacht und zum 30. Mal der Schweigegang, der an den 9.11.1938 erinnert. Der zehnte Todestag von Caspar Markard reiht sich in diese Gedenktage ein und sollte Anlass sein, damit auch ihm ein ehrendes Andenken widerfahren kann.


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